Die Highland Games haben ihren Ursprung in Schottland. Sie sind traditionelle schottische Sportveranstaltungen, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die genaue Entstehung der Highland Games ist nicht genau dokumentiert, aber sie lassen sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen.
Die Veranstaltungen entwickelten sich aus den Zusammenkünften der Clans in Schottland, bei denen verschiedene Wettkämpfe abgehalten wurden, um die stärksten und geschicktesten Männer für den militärischen Dienst auszuwählen. Im Laufe der Zeit wurden die Highland Games zu Volksfesten, bei denen neben den Wettkämpfen auch Tanz, Musik, Essen und Trinken eine große Rolle spielten.
Die Highland Games sind bekannt für traditionelle schottische Sportarten wie das Hammerwerfen, das Tauziehen und den berühmten „Caber Toss“, bei dem ein langer Baumstamm geworfen wird. Darüber hinaus gibt es auch Wettbewerbe im Dudelsackspielen, Highlandtanz und Steinstoßen.
Hier ein Auszug klassischer Disziplinen bei uns:

Cabertoss
Der Caber Toss ist eine der bekanntesten Disziplinen der Highland Games. Dabei handelt es sich um das Werfen eines großen Baumstamms („Caber“), das nicht auf Weite, sondern auf Präzision und Technik ausgelegt ist. Das Holz: Der Caber ist in der Regel zwischen 5 und 6,5 Meter lang und wiegt zwischen 35 und 70 kg. Er ist meist aus Kiefernholz gefertigt. Das Anheben: Der Werfer hebt den Caber an einem schmaleren Ende vom Boden auf und balanciert ihn in einer aufrechten Position. Der Anlauf: Der Athlet läuft einige Meter mit dem Caber nach vorne, um Schwung für den Wurf zu holen. Der Wurf: Der Werfer bringt den Baumstamm mit einem kräftigen Stoß nach vorne, sodass sich das dickere Ende nach oben bewegt und der Stamm sich in der Luft überschlägt. Die Wertung: Die ideale Landeposition ist, wenn der Caber sich exakt um 180° überschlägt und das ursprünglich auf dem Boden liegende Ende nun exakt in einer geraden Linie vom Werfer weg zeigt („12-Uhr-Position“). Die Bewertung erfolgt nach der Nähe zu dieser Idealposition.

Stone of Manhood
Der Stone of Manhood ist eine traditionelle schottische Kraftdisziplin. Dabei geht es darum, einen schweren Stein anzuheben, um Stärke und Männlichkeit unter Beweis zu stellen. Der Stein: Der "Manhood Stone" ist ein großer, unregelmäßig geformter Naturstein oder Atlasstein mit einem Gewicht von bis zu 160Kg, je nach Region und Tradition. Das Anheben: Der Athlet muss den Stein vom Boden aufheben. In manchen Varianten genügt es, ihn nur anzuheben, in anderen muss er auf eine erhöhte Plattform (z. B. eine Tonne oder einen Sockel) gehoben werden. Die Wertung: Entscheidend ist, ob der Teilnehmer den Stein erfolgreich anheben oder in die geforderte Position bringen kann. Manchmal wird auch gemessen, wie lange der Stein gehalten wird.

Weight for Height
Der Weight for Height (Weight over Bar) ist eine Kraft- und Technikdisziplin der Highland Games, bei der ein schweres Gewicht mit einer Hand senkrecht über eine Hochsprungstange geworfen wird. Das Gewicht: 12,5 Kg, 19 Kg oder auch 25,4 KG je nach Wettkampfklasse. Es besteht aus einer Metallkugel oder einem Block mit einer kurzen Kette und einem Griff. Die Wurftechnik: Der Werfer steht unter der Hochsprungstange und schwingt das Gewicht mit einer Hand zwischen den Beinen nach hinten. Mit einer explosiven Bewegung reißt er das Gewicht nach oben, sodass es über die Stange fliegt. Entscheidend ist, dass nur eine Hand benutzt wird. Die Wertung: Der Wurf ist gültig, wenn das Gewicht über die Stange fliegt, ohne diese zu berühren. Die Höhe wird schrittweise gesteigert, und die Athleten scheiden aus, wenn sie eine Höhe dreimal nicht meistern. (Im Einzelwettbewerb)

Weight for distance
Der Weight for Distance ist eine klassische Wurfdiziplin der Highland Games, bei der es darum geht, ein schweres Gewicht möglichst weit zu werfen. Diese Disziplin erfordert eine Kombination aus Kraft, Technik und Explosivität. Das Gewicht: Es gibt zwei Gewichtsklassen: Leichtes Gewicht: ca. 12,7 kg Schweres Gewicht: ca. 25,4 kg Das Gewicht ist eine Metallkugel oder ein Block mit einer kurzen Kette und einem Griff. Der Wurfbereich: Der Werfer steht in einem definierten Abwurfbereich (etwa 2,5 x 4,5 Fuß, also ca. 75 x 135 cm). Die Wurftechnik: Der Werfer schwingt das Gewicht seitlich an. Dann führt er meist eine Drehung (wie beim Diskuswurf) aus, um Schwung zu holen. Schließlich lässt er das Gewicht in einem hohen Winkel nach vorne los. Die Wertung: Es zählt die größte erzielte Weite, wobei der Wurf nur gültig ist, wenn der Werfer innerhalb des markierten Bereichs bleibt.

Sheaf Toss
Der Sheaf Toss ist eine Disziplin der Highland Games, bei der ein mit Stroh oder Heu gefüllter Sack mithilfe einer Heugabel über eine Hochsprungstange geworfen wird. Das Wurfobjekt: Der "Sheaf" ist ein Sack aus Jute oder Kunststoff, gefüllt mit Stroh oder Heu. Standardgewichte sind: ca. 7,25 kg für Männer ca. 4,5 kg für Frauen. Das Wurfgerät: Eine traditionelle Dreizinkige Heugabel wird benutzt, um den Sheaf in die Luft zu katapultieren. Die Technik: Der Werfer sticht die Heugabel in den Sheaf, schwingt ihn zwischen den Beinen oder seitlich an und schleudert ihn mit einer explosiven Bewegung nach oben über die Hochsprungstange. Die Wertung: Der Wurf gilt als gültig, wenn der Sheaf komplett über die Stange fliegt, ohne sie zu berühren. Die Höhe wird schrittweise erhöht, und die Athleten haben meist drei Versuche pro Höhe (Im Einzelwettbewerb)

Putting the Stone
Der Putting the Stone ist die Highland-Games-Variante des modernen Kugelstoßens und eine der ältesten Kraftdisziplinen Schottlands. Dabei wird ein schwerer Stein aus einer Standposition oder mit Anlauf gestoßen, um die größtmögliche Weite zu erzielen. Der Stein: Traditionell handelt es sich um einen natürlichen, unregelmäßig geformten Fluss- oder Findlingsstein. Es gibt zwei Hauptklassen: Braemar Stone: ca. 9–12 kg, nur mit Standstoß erlaubt. Open Stone: ca. 7–10 kg, Anlauftechniken erlaubt. Die Wurftechniken: Braemar-Technik: Der Stoß erfolgt aus dem Stand, ohne Anlauf. Open-Technik: Hier sind Anlaufschritte erlaubt, ähnlich den Techniken aus dem modernen Kugelstoßen, z. B. die Glide-Technik (Rückstoß) oder die Spin-Technik (Drehstoß). Die Wertung: Die Weite wird von der Stoßlinie bis zum nächstgelegenen Aufschlagpunkt des Steins gemessen. Der Stoß ist ungültig, wenn der Werfer die Markierung überschreitet.

Hufeisenwerfen
Das Hufeisenwerfen (Horseshoe Toss oder Horseshoe Pitching) ist ein traditionelles Geschicklichkeitsspie. Anders als die meisten anderen Highland-Disziplinen steht hier nicht Kraft, sondern Präzision und Wurfgefühl im Mittelpunkt. Die Wurfobjekte: Es werden echte oder speziell angefertigte Hufeisen verwendet, die etwa 600–900 Gramm wiegen. Das Ziel: Ein Eisenstab (Stake), meist etwa 35–40 cm hoch, wird 10m vom Werfer entfernt in den Boden gesteckt. Die Wurftechnik: Der Spieler wirft das Hufeisen mit einer sanften Bogenflugbahn, um es möglichst genau um den Stab zu platzieren. Unterschiedliche Wurftechniken sind möglich, z. B. ein- oder beidhändige Drehwürfe. Die Wertung: „Ringer“ (Treffer um den Stab): 3 Punkte „Leaners“ (Hufeisen lehnt sich an den Stab an): 2 Punkte Hufeisen in der Nähe des Stabs (innerhalb von 15 cm): 1 Punkt

Reifen Flip
Der Reifenflip (Tire Flip) ist eine der kraftbetonten Disziplinen,. Dabei geht es darum, einen Traktorreifen mehrfach zu kippen, was eine enorme Ganzkörperkraft erfordert. Das Gewicht des Reifens: Abhängig vom Wettkampf. Die Technik: Der Athlet geht in eine tiefe Kniebeuge und greift den Reifen von unten. Mit einer explosiven Bewegung aus Beinen, Rücken und Armen wird der Reifen angehoben. Sobald der Reifen fast senkrecht steht, wird er mit den Händen nach vorne gedrückt, sodass er sich überschlägt. Der Vorgang wird so oft wiederholt, wie es die Regeln vorgeben (z. B. eine bestimmte Strecke oder Anzahl an Flips). Die Wertung: Entweder zählt die benötigte Zeit für eine festgelegte Anzahl an Überschlägen oder die Anzahl der Flips in einer bestimmten Zeit.

Timber Walk
Der Timber Walk ist eine extreme Kraft- und Ausdauerdisziplin der Highland Games, bei der Athleten schwere Baumstämme oder Gewichte über eine bestimmte Distanz tragen müssen. Diese Disziplin testet vor allem Griffkraft, Rumpfstabilität und Willenskraft. Das Gewicht: Typischerweise werden zwei schwere Baumstämme oder Metallblöcke getragen oder gezogen. Manche Varianten nutzen auch Holzstämme mit Griffen oder große schwere Ketten. Die Technik: Der Athlet hebt die Gewichte auf und trägt sie so weit wie möglich, ohne sie abzusetzen. Oder zeiht sie hinter sich her. Die Herausforderung besteht darin, das hohe Gewicht trotz Ermüdung und Schmerzen in den Händen festzuhalten. Die Wertung: Es zählt entweder die zurückgelegte Distanz oder die Zeit für eine festgelegte Strecke.

Caber Slalom
Der Caberslalom ist eine moderne Variante der traditionellen Caber Toss-Disziplin bei den Highland Games, die Kraft, Koordination und Geschicklichkeit auf eine ganz neue Weise fordert. Der Caber (Baumstamm): Der Caber ist in der Regel etwa 5 bis 6 Meter lang und wiegt zwischen 35 und 70 kg. Der Baumstamm ist ähnlich wie beim traditionellen Caber Toss, aber hier muss der Athlet ihn mit seinem Team auch kontrollieren und auf der gesamten Strecke balancieren. Die Strecke: Das Team muss mit dem Caber eine festgelegte Strecke zurücklegen, die Hindernisse umfasst. Dazu gehören beispielsweise Slalom-Stangen, Kegel oder kleine Hindernisse, die umgangen oder durchquert werden müssen. Die Technik: Die Athleten müssen den Baumstamm balancieren, ihn während des Laufens in einer aufrechten Position halten und gleichzeitig schnell und präzise die Hindernisse überwinden. Dies erfordert große Geschicklichkeit, da der Caber nicht nur kontrolliert, sondern auch so schnell wie möglich über die Strecke bewegt werden muss. Die Wertung: Es wird gemessen, wie schnell und fehlerfrei das Team den Parcours mit dem Caber zurücklegt. Der Wettkampf kann nach der benötigten Zeit oder der Anzahl an Fehlern (z.B. das Fallenlassen des Baumes oder das Berühren von Hindernissen) gewertet werden.

Fassrollen
Der Barrel Roll ist eine weitere anspruchsvolle und unterhaltsame Disziplin, die bei den Highland Games vorkommen kann. Diese Disziplin kombiniert Kraft, Koordination und Geschicklichkeit, da es darum geht, ein großes Fass (Barrel) über eine bestimmte Strecke zu rollen, wobei das Team den Barrel kontrollieren und Hindernisse (Fass, Reifen o.ä.) überwinden muss. Das Fass: Das Barrel wiegt in der Regel zwischen 100 und 200 kg, wobei die genaue Gewichtsklasse vom Wettbewerb abhängt. Es handelt sich meist um ein traditionelles Fass aus Holz, das mit einem Stahlreifen gesichert ist. Die Technik: Das Team muss das Barrel so kontrolliert wie möglich über eine festgelegte Strecke rollen. In manchen Varianten des Wettbewerbs müssen zusätzlich Hindernisse oder Tore umgangen werden. Die Wertung: Der Wettkampf wird basierend auf der Zeit, die benötigt wird, um das Barrel über eine festgelegte Distanz oder Rundenanzahl zu rollen, gewertet. Die Herausforderung: Der Barrel Roll erfordert eine Kombination aus Kraft (um das schwere Fass zu kontrollieren) und technischer Fertigkeit (um das Barrel stabil und präzise zu rollen). Athleten müssen auch ihre Koordination und Ausdauer unter Beweis stellen.

Tug-O-War
Das Tug-O-War (auch als Tauziehen bekannt) ist eine klassische Kraftdisziplin, die häufig bei den Highland Games und anderen traditionellen Wettkämpfen zu finden ist. In dieser Disziplin treten zwei Teams gegeneinander an, indem sie ein starkes Seil in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Es ist ein Wettkampf, bei dem Teamarbeit, Kraft und Koordination entscheidend sind. Das Seil: Ein sehr starkes Seil, das in der Regel etwa 30 bis 40 Meter lang ist, wird verwendet. In der Mitte des Seils befindet sich eine Markierung, die angibt, welche Seite das Team zu einem bestimmten Punkt gezogen hat. Die Teams: Zwei Teams treten gegeneinander an, wobei jedes Team üblicherweise aus 5 Personen besteht. Die Technik: Beide Teams nehmen an den Enden des Seils Platz. Sobald das Signal gegeben wird, versuchen beide Teams, das Seil in ihre Richtung zu ziehen, um die gegnerische Markierung über eine festgelegte Linie zu ziehen (häufig 4-5 Meter, abhängig von den Regeln). Jedes Team muss zusammenarbeiten, koordiniert ziehen und sich gegenseitig unterstützen, um das Seil in die eigene Richtung zu bewegen. Die Technik ist entscheidend, da die Teams auf Kraft und Ausdauer angewiesen sind, aber auch auf eine effiziente Zugtechnik. Die Wertung: Ein Team gewinnt, wenn es die Markierung in der Mitte des Seils mehr als 4-5 Meter über die Linie gezogen hat.